Querbeet - Was so passiert und interessiert

Anwalt der Natur

im Januar 1980 formierte sich eine Gruppe des außerparlamentarischen Protests, gemischt mit Hippies und Naturschützern, zur Partei der Grünen

Sie traten als Gegenbewegung zum vermieften Establishment an. Gegen eine politische Kaste, die nicht mal stricken konnte. Das anfangs wilde Sammelsurium schaffte es als Grüne in die Landesparlamente und in den Bundestag. Darauf konnten die Parteigründer vor 30 Jahren nur insgeheim hoffen. Dass sie je den Außenminister einer Bundesregierung stellen und die Entsendung deutscher Soldaten nach Jugoslawien und Afghanistan mittragen werden, bestimmt nicht.

Die Grünen haben die Sensibilität im Land für die Umwelt geweckt. Das ist ihr großer Verdienst. Nicht nur der gemeine Feldhamster oder Kröten im Tunnel verdanken der Rauschebärte- und Norweger-Pullover-Fraktion bessere Lebensbedingungen. Sie befreiten Flüsse und Bäche, raus aus Kanalrohren und betonierten Uferböschungen. Bio, Öko, Emanzipation oder Patchworkfamilie sind Begriffe mit vielen grünen Sprenkeln. 1998 verschreckten sie das Land der Autofahrer mit der Forderung, dass der Liter Benzin fünf Mark kosten solle.

Ist die Zukunft der Grünen ihre eigene Vergangenheit? Vielleicht. Auffallend ist, dass kaum Jüngere hochkommen. Dabei hätte die Partei prima Aussichten. Nur, es muss bald was passieren. Die Kaste der Bildungsbürger nimmt ab. Damit auch die potenzielle Wählergruppe der Grünen. Der Republik könnte es nicht schaden, wenn sich die Bürger wieder mehr einmischen. (ffu)

Querbeet 59

Von Beginn ist die Sonnenblume Symbol für die Partei der Grünen. Vor 30 Jahren fand in Karlsruhe die Gründung statt. Foto: Telemarco pixelio.de

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