Querbeet - Was so passiert und interessiert

Lustvoller Handel

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Sie kommen nach Deutschland. Irgendwie. Junge Frauen aus den Ländern Osteuropa lassen sich durch leere Versprechungen locken. Hier angekommen heißt es dann häufig “dawai, rabota” arbeiten als Prostituierte. Dafür haben Schleuser und Menschenhändler Geld investiert. Lehnen die Mädchen ab, droht ihnen massiver Druck oder Schläge.

Das Thema muss einfach öffentlicher werden, verlangte Dr. Christoph Humburg als Leiter der Solinger Caritas. Die Organisation “Terre des Femmes” kämpft gegen Menschenhandel mit Frauen und deren Ausbeutung. Zuhälterei, Menschenhandel und Zwangsprostitution sind ein Milliardengeschäft. Humburg ist überzeugt: das passiert überall, natürlich auch in Solingen. Im Polizeipräsidium in Wuppertal sind zwei Beamte auf das Rotlichtmilieu spezialisiert, in dem Frauen entmündigt und gequält werden. Man muss Männern ein schlechtes Gewissen verursachen, die zu den ausgebeuteten Frauen gehen. Zu solchen, die das Geld den Zuhältern abliefern. Die, wenn sie sich verweigern, brutaler Gewalt ausgesetzt sind. Die durch Drohungen, auch gegen Verwandte in den Heimatdörfern, gefügig gehalten werden. Jeder Freier muss wissen, dass er auf Frauen triff, die nicht wollen. Die vielleicht schon ein Dutzend Männer vorher bedient haben, die unter Drogen stehen, krank sind und so weiter. Am ehesten könnten die Initiatoren mit anonym zugetragenen Informationen rechnen. Männer, die bei den Frauen Sex suchen, können helfen, wenn sie ihnen zum Beispiel einen Anruf bei der Polizei über ihr Handy ermöglichen. Die Beratungsstellen, wie die Caritas, wie “Frauen helfen Frauen” oder die Gleichstellungsstelle der Stadt Solingen, die Polizei und so weiter, sind jederzeit bereit, sofort aktiv zu werden.

Mehr in der Ausgabe den Stadtanzeiger vom 6. November 2008