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Walle, walle Wupper

Die Wupper in der Rolle der eierlegenden Wollmilchsau. Der Fluss sorgt für Wärme, er produziert Strom, bevor das Wasser den Fischen wieder als Lebensraum uneingeschränkt dient.

Es war vor siebzehn Jahren als Willy Keune aus dem westfälischen Hemer entschied: Ich lasse es ruhiger angehen. Kaum hatte er die Rolle des Chefs an den Nagel gehängt, hörte er von der Kottenanlage in Müngsten, die ein Makler zum Verkauf anbot. Samt der Wasserrechte für den Betrieb einer Turbine. Er schaute sich das Objekt am Wupperufer in Solingen an und kaufte es.

Inzwischen ist die Energiegewinnung durch Wupperwasser in Müngsten ein Vorzeigekraftwerk, das Umweltschützern die Freudentränen in die Augen treibt. Aufgestautes Wasser bringt eine Turbine in Schwung, die rund eine Million Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugt. Seit diesem Jahr ist die Anlage zur kompletten energetischen Versorgung des Lokal „Haus Müngsten“ erweitert worden. Sie liefert Strom, heizt den Neubau mit Fernwärme und erzeugt das Warmwasser.

Die Geschichte ist im Sinn aller Beteiligten. Auch Hans Dorsch, der Leiter der Unteren Wasserbehörde vor Ort, befürwortet die Anlage. Er habe Bauchschmerzen gekriegt bei dem Gedanken, in der Nähe der Wupper tausende Liter Heizöl zu lagern, um das Restaurant zu beheizen. Rauchgase sind auch schlecht, da der Luftaustausch im tiefen Tal unter der Müngstener Brücke nur langsam vonstatten geht. So klappt das wunderbar. Friedhelm Funk

Mehr in der Ausgabe Heft 65 vom September 2010