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Leben spenden

Vor zwei Jahren unterzeichneten Vertreter aus 78 Ländern eine gemeinsame Erklärung gegen Organhandel und Transplantations-Tourismus. China und Länder in Osteuropa werden damit in Verbindung gebracht. Geschichten aus Indien, Brasilien oder dem Iran vom Organverkauf an wohlhabende Europäer, Amerikaner oder Saudis geistern durch die Medien. Fälle von Organraub in Deutschland, bei denen etwa Obdachlose mit einer Operationsnaht am Körper auf der Parkbank erwachten, haben sich allesamt als Legenden erwiesen. Das Transplantationsgesetz ist streng geregelt. Erstens muss der Hirntod des möglichen Spenders entsprechend den Richtlinien der Bundesärztekammern von zwei Ärzten festgestellt worden sein. Zweitens muss die Einwilligung des Verstorbenen in eine Organspende bekannt sein. Deutsche müssen zu Lebzeiten einer Organspende zustimmen, also einen Organspenderausweis besitzen oder die Angehörigen müssen nach dem mutmaßlichen Willen einer Organentnahme zustimmen.

Bei verpflanzten Nieren zeigt sich: Dreiviertel arbeiten auch noch nach fünf Jahren einwandfrei. Bei den anderen Organen liegen die Erfolgsraten nur geringfügig darunter. Bei Augenhornhäuten haben 95 Prozent ihre volle Funktionstüchtigkeit noch nach einem Jahr, 80 Prozent nach fünf Jahren. Das geht aus Daten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) hervor. Zu den Komplikationen zählt: Manche Patienten hadern im Nachhinein mit ihrem Entschluss zur Transplantation. Am schlimmsten sind Abstoßreaktionen.

Der Bedarf an Spenderorganen in Deutschland ist groß: 12.000 Menschen warten derzeit auf eine lebensrettende Transplantation. Im vergangenen Jahr konnten nur etwa 4.000 Organe übertragen werden. Nur einer von sechs Bundesbürgern hat einen Organspendeausweis ausgefüllt bei sich. (cas)

Das Infotelefon Organspende von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung steht unter der kostenfreien Rufnummer 0800-90 40 400 montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 13 Uhr zur Verfügung. www.organspende-info.de

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