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Fremdschämen

Viele haben das bereits erlebt: Man schämt sich für andere. Wie kommt das?

Auf Fremdschämen setzen gleich mehrere Sendeformate in den privaten Fernsehkanälen. In Casting-Shows treten Leute auf, bei deren Gesang Hund und Katze das Weite suchen. Die Juroren verzerren das Gesicht und die Kamera hält drauf. Momente, in denen auch Zuschauer ein mulmiges Gefühl beschleicht. Fremdschämen. Man mag nicht hinschauen, wie sich Menschen zum Affen machen. Oder doch? Vielleicht mit einer Hand vor dem Mund?

Forscher an der Universität Marburg gingen dem Begriff auf den Grund. Das berichtete die Süddeutsche Zeitung. Demnach hat es etwas mit unserem Sozialverhalten zu tun. Offenbar sitzt ein Gefühl der Anteilnahme tief in uns drin. Passiert jemandem ein Missgeschick, berührt uns das. Das Empfinden ist umso intensiver je näher einem der Mensch steht.

Die Marburger Experten fanden heraus, dass das Einfühlungsvermögen eine Rolle spielt. Je mehr der Beobachtende davon hat, desto mehr schämt er sich fremd. Das erklärt die unterschiedliche Reaktion. Der zum Steinerweichen singende Teenager im Fernsehen bringt den einen dazu, sich wegzuschmeißen vor Lachen, andere sind peinlich berührt.

Bei Aufenthalten im Ausland kann es manchmal peinlich werden. Es gibt Landsleute, für deren Verhalten kann man sich einfach nur schämen. (cas)

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