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Plötzlich brennt die Hütte

Eifersucht

Eifersucht geht etwa so: Sie schaut auf ihr Handy und es wird ihr heiß und kalt zugleich. Elf Anrufe! Alle von Ihm! Da muss was passiert sein. Kaum hat sie seine Nummer gewählt und gefragt, ob alles in Ordnung sei, brüllt er in den Hörer, ob sie ihn für dumm verkaufen wolle? Wie sie dazu komme, ihn so zu behandeln? Warum sie seit zwei Stunden nicht rangehe?

Sie: “Aber Du weißt doch, dass ich einkaufen war. Mein Handy war aus.” Er: “Du hättest auf Vibrationsalarm stellen können.” Sie: “Warum sollte ich das tun?” Er: “Damit ich Dich erreichen kann!“ Sie: Wozu? Ich telefoniere nicht, wenn ich unterwegs bin.“ Er: “Ach ja? Wohl zu beschäftigt, was?“ Sie: “Kann man so sagen.” Er: “Wusste ich es doch! Woher kennst Du den Kerl?”

Psychologen behaupten, Eifersucht ist eine Mischung aus Minderwertigkeitskomplexen, Verlustängsten und Neid. Keine sehr schmeichelhafte Analyse. Auch das Wort selbst klingt unappetitlich: »Eifer« geht ja noch, aber »Sucht«? Das hört sich nach Krankheit und Seuche an.

Objekt der Eifersucht kann alles Mögliche sein: Die Kollegin, die den Ehemann öfter sieht als man selbst. Die allzu freundlich lächelnde Kellnerin. Der Typ, der mein Traumauto fährt. Experten sagen: Die Gründe für Eifersucht sind bei Frauen und Männern unterschiedlich: Frauen reagieren eher auf emotionale Untreue, während Männer bei sexueller Untreue wild werden. Kurz: Bei Frauen wohnt die Eitelkeit im Herzen, bei Männern in der Hose. Eifersucht bringt bei uns das Karussell im Kopf zum Drehen. Das führt mitten in der Nacht zu Debatten, löst Zerstörungswut aus oder bringt uns dazu, je nach Temperament den Partner mit Handgranaten, Messern oder sonst was massakrieren zu wollen. Bibelfeste Zeitgenossen, die bei Eifersucht auf die Heilige Schrift und die zehn Gebote verweisen, können damit Probleme hervorrufen. Schon das erste Gebot - Du sollst keine anderen Götter neben mir haben - kann zu einsamen Abenden führen.

Man zieht auch nicht einfach den Stecker aus der Dose, wenn der Partner telefoniert. Geht nicht. Der Tapetenwechsel hat sich bewährt. Ein nettes Hotel, sozusagen als neutrales Terrain zu Standortbestimmung in der gegenseitigen Beziehung. (cas)

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