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Rote Haare

Die Damen im alten Rom verlangten von ihren germanischen Sklaven, dass sie sich den Schopf abschneiden, damit ihre Herrinnen daraus Perücken herstellen konnten. Rote Haare waren noch begehrter als blonde. Der Anblick roter Haare hat die Fantasie der Menschen schon immer beflügelt.

Das sogenannte »Ginger-Gen« ist für rote Haare und Sommersprossen verantwortlich. In Labors wurde ein höherer Anteil an Phäomelanin nachgewiesen. Rote Haare sind um einiges dicker und manchmal regelrecht „drahtig“. Im Gegensatz zu blond und brünett wachsen den Rotschöpfen etwa 90.000 Haare auf dem Kopf. Zwanzig Prozent weniger als sonst üblich. Johann Gregor Mendel hat Mitte des 19. Jahrhunderts mit Hilfe von gelben und grünen Erbsen die Geheimnisse der Fortpflanzung enthüllt. Wenn man die Erkenntnisse, die er bei Hülsenfrüchten machte, auf die Humangenetik überträgt, könnte man Rothaarige als das bezeichnen, was Pflanzenzüchter Hybriden nennen. Irgendwo in der Ahnenreihe muss die Farbe Rot vorgekommen sein. Es kann Generationen dauern, bis sie sich wieder zeigt. Tatsache ist: Die Rothaarigen werden immer weniger. Stimmen Mendels Vererbungsgesetze, dann gilt hell als unterlegene Erbeigenschaft. Die genetisch dunklen Anteile sind durchsetzungsfähiger. Nur noch etwa zwei Prozent der Deutschen sind echte Feuerköpfe. Die meisten Rothaarigen leben heute nicht, wie allgemein vermutet, in Irland, sondern in Schottland. Im Norden der britischen Insel kehren die Friseure bei bis zu vierzehn Prozent der Einheimischen rote Haare vom Boden auf. (cas)

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