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Auszeit von Tisch und Bett

Eigenarten des Partners, die wir früher gelassen zur Kenntnis genommen haben, werden auf einmal zum Aufreger. Sicher, man kann sich auf die Lippe beißen und im Umgang miteinander einfach weitermachen. Das haben Generationen vorher so gemacht. Heute finden fast die Hälfte aller Ehepaare eine andere Lösung: Die Trennung!

Bevor es zur endgültigen Trennung kommt, kann man es ja wenigstens mal versuchen: Die Pause von der Geimeinsamkeit eröffnet die Chance, sich unverbindlich das Leben als Single anschauen, ohne tatsächlich gleich solo zu sein. Beziehungspause, das klingt nur wie Brotzeit. Ein Gürkchen aufs Bütterchen legen und Beine hoch. Das ist es nicht. In der Auszeit lassen sich die aktuellen Chancen auf dem Beziehungsmarkt ausloten. Genauer: Die Trennung auf Zeit ist die Lizenz zum Fremdgehen. Wer nicht vorher die Bedingungen festlegt, dem geht es wie Herbert Grönemeyer. Der kommt heim und singt: "Sein Pyjama liegt in meinem Bett, sein Kamm in meiner Bürste steckt - was soll das?"

Die rechtzeitige Klärung der Details hätte dem Kohlenpottsänger auch die Frage erspart: "Womit hab ich das verdient, dass der mich so blöde angrient?"

Statt zu singen, können Normalbürger auch zu Stift und Papier greifen. Schreiben Sie es auf, raten Experten, all die nervigen Unarten des Partners. Sein Schnarchen, seine Selbstgefälligkeit, die Sprüche, seine hässlichen Körperstellen. Aber Achtung! Kriegt er auch nur eine Zeile davon vor Augen, können Sie alles vergessen, nicht nur die Beziehungspause! (red)

Mehr Information in der aktuellen Ausgabe des Stadtanzeiger Magazins, Heft 46, vom Januar 2009