19.01.2012
Dein Verein, mein Verein08.12.2011
Bleiben bald die Umkleiden leer?07.10.2011
Drei unten, drei oben01.09.2011
Ole, ole. Nie mehr zweite Liga!07.07.2011
Meister mit Federgewicht12.05.2011
Standard am Dienstag, Latein zum Schluss12.04.2011
Stimmen Abgabe17.03.2011
Durchboxen17.02.2011
Vereinsarbeit20.01.2011
Starke Kids14.10.2010
Fußball für die VIP-Lounge08.07.2010
Schwitzen für das Betriebsklima14.05.2010
Nachwuchsarbeit19.02.2010
Kreitlein brachte Farbe ins Spiel05.11.2009
Pauschal-Lösung08.10.2009
Immer weiter laufen10.09.2009
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Ein neuer Fußballverein kann sich nur gründen, wenn er einen Heimplatz nachweisen kann. Der Solinger Sportlandschaft fehlen aber mindestens vier Großfelder, wie es ein teures Gutachten von 2008 ermittelte.
Funktioniert in alteingesessenen Fußballclubs etwa die Botschaft nicht mehr: 11-Freunde-sollt-Ihr-sein? Egal, woher ihr kommt? Im Gegenteil, das klappt gut, antwortete uns Georg Schubert, der Vorsitzende des Fußballkreises Solingen, auf die Frage. In den Jugendmannschaften sowieso und auch bei den Senioren. Wieso tauchen dann Vereinsnamen wie Associacao Portugesa, FC Borac oder Canlar Spor Wald neben den Traditionsclubs in den Kreistabellen auf? Wir fragen beim SV DITIB Solingen e.V. nach. Der Verein tritt inzwischen mit 11 Mannschaften im Fußballkreis Solingen an. Vorher gehörten die überwiegend türkischstämmigen Fußballer dem FC Britannia 08 als autonome Abteilung an. Wir wollten mehr, rechtfertigt man die vollzogene Trennung nach 10 Jahren. Inzwischen sei das Angebot um Basket-, Volleyball und um eine Fitnessgruppe erweitert. Auch Frauen und Mädchen seien aktiv. Der Verein als große Familie, das ist ihre Idee. Insbesondere für junge Leute, die sonst vielleicht kaum noch etwas mit der Heimat ihrer Eltern verbindet. Die Schattenseite: Bei Vorkommnissen auf dem Spielfeld stehen die Mannschaften „eigenethnischer Vereine“ im Zentrum. 90 Prozent der Urteile, bei denen die Kreis-Schiedsstelle Bußgelder verhängt, verursachen sie. Georg Schubert führt das unter anderem auf Organisationsmängel zurück. 14 Leute, die eigentlich nur Fußball spielen wollen, sagt er, finden nur mit Mühe jemanden, der sich um den Schreibkram und die Organisation kümmert. Die Konsequenz: Spielerpässe fehlen. Die Heimmannschaft wartet vergebens auf den Gegner oder beide auf den Schiedsrichter, der nicht eingeladen wurde.
Ein neuer Fußballverein kann sich nur gründen, wenn er einen Heimplatz nachweisen kann. Der Solinger Sportlandschaft fehlen aber Fußballfelder. Mindestens vier Großfelder, wie es ein teures Gutachten von 2008 ermittelte. Der Fußballkreis müsste also antworten: Mehr geht nicht, alle Plätze belegt. Das akzeptiert der DFB als Monopolist aller Balltreter aber nicht, sagt Georg Schubert. Dem Kreis bliebe keine andere Wahl, als jedem neuen Verein einen Platz zuzuweisen, auf dem er seine Heimspiele austragen kann. Das bedeutet, alle müssen enger zusammenrücken. Reibereien blieben nicht aus. Bei DITIB spielen nicht nur Türken, sondern auch Bosnier, Polen oder Deutsche. Das entwickele sich automatisch, oft über persönliche Bekanntschaften. Anders als in deutschen Vereinlokalen, fließt kein Alkohol und niemand verzehrt Mettbrötchen. Das ist nicht jedermanns Sache, der nach islamischen Regeln aufgewachsen ist. In den Vereinsräumen von DITIB dampft Tee aus kleinen Gläsern.
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