Kinder und Schule - Themen rund um den Nachwuchs

Trau, schau, wem

Das Robert-Koch Institut in Berlin ermittelte: Erwachsene mit niedrigem Bildungsniveau rauchen mehr, treiben weniger Sport und sie haben doppelt so häufig Übergewicht. Was zeigt: die schulische Laufbahn bestimmt nicht nur die berufliche Karriere.

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Der Einstieg in die weiterführende Schule bestimmt die weitere Karriere der Kinder im erheblichen Maß. Foto: pixelio.de

Am 15. und 16. Februar beginnen die Anmeldungen zu den weiterführenden Schulen in Solingen. Die Hälfte aller Kinder zieht es wohl wieder zu den Gesamtschulen. Wie in den Jahren zuvor wird das Interesse größer sein als die Zahl der Plätze. Der zweite Termin - am 29. Februar und 1. März - ist den Haupt-, Realschulen und Gymnasien vorbehalten.

Die Grundschullehrer geben sich große Mühe, bevor sie eine Empfehlung zum weiterführenden Bildungsweg nach der 4. Klasse aussprechen. Mit einem Fragebogen bewerten sich sowohl die Kinder selbst, die Eltern und der Klassenlehrer das Kind. Der Abgleich schafft die dann recht qualifizierte Aussage, welcher Schultyp geeignet ist. Um späteren Differenzen vorzubeugen, unterschreiben die Eltern ein Protokoll mit den wesentlichen Ausssagen. Die Diskussion zum Modell Hauptschule/Gemeinschafts- oder Sekundarschule erschwert die Entscheidung für diesen Schultyp. Die Sekundarschule geht frühestens im Sommer 2013 an den Start. Die Konsequenz: Viele versuchen es erst einmal an den Gesamtschulen. Ebenso Eltern, deren Kinder eine Empfehlung zum Gymnasium haben und die dem Turbo-Abitur skeptisch gegenüber stehen. Die Gesamtschule in Solingen-Wald hält als Landes-Sportschule zwei Eingangsklassen per se sportlich besonders begabten Kindern vor. Das reduziert die 540 in Solingen zur Verfügung stehenden Plätze noch weiter. In den vergangenen Jahren suchten Eltern, deren Kinder eine schriftliche Absage erhielten, ein weiteres Mal Unterstützung durch Ingrid Brockmann mit der Frage: Was sollen wir jetzt machen? Die Antwort lässt kaum Spielraum. Die Empfehlung der Schulform steht ja fest. Bis auf den Zusatz „oder Gesamtschule“. Trotz der vier Vokale klingt das Wort “Inklusion” irgendwie sperrig. Ist es auch noch, stimmt Udo Depping zu. Der Leiter der Solinger Schulverwaltung wartet immer noch auf Eckpunkte der Landesregierung zur Orientierung auf den gemeinsamen Unterricht in der Sekundarstufe. In Solingen verlassen jetzt 27 Kinder mit Lernbeeinträchtigungen die Grundschulen. Wie es weitergeht, dazu fehlen auch der Klauberger Schulleiterin konkrete Vorstellungen. Ingrid Brockmann fragt sich besorgt: wie sollen psychisch labile Kinder plötzlich unter tausend und mehr Schülern zurechtkommen? Wo gibt es einen Wickelraum oder individuell notwendige Hilfsmittel? Ihr ist klar: Inklusion bedeutet eine Herausforderung für alle Akteure. Für Udo Depping ist der Einstieg frei. An der Hauptschule Höhscheid, der Gesamtschule Wupperstraße und an der Albert Schweitzer Realschule stehen insgesamt 18 Plätze zur Verfügung. Da einige beeinträchtigte Kinder inzwischen den Regelunterricht folgen können, eine Gruppe Eltern die Förderschulen bevorzugt oder nach außerhalb wechselt, geht der Schulamtsleiter davon aus, dass alle 27 Kinder ihre Ausbildung nach der Grundschule fortsetzen können. Friedhelm Funk

Mehr zum Thema in der Ausgabe vom 19. Januar 2012