Kinder und Schule - Themen rund um den Nachwuchs

Zweisprachig aufwachsen

Der knallrote Rucksack ist voll gepackt. Drin steckt hör- und lesbares Material, zweisprachig aufgebaut. Das Ziel des Pilotprojekts ist die Förderung der Spracherziehung. Was die Kinder zu Hause von den Eltern in deren Muttersprache erzählt bekommen, hören sie am nächsten Tag noch mal auf Deutsch im Kindergarten.

Kinder 50

Zweisprachig aufwachsen ist das Ziel des „Rucksack-Projekts in der Solinger Kita "Pünktchen" Foto: Funk

Die Sprachförderung kommt Kindern und Eltern zugute. Das Erlernen der deutschen Sprache auf der Basis der Muttersprache, davon haben beide was. Es stärkt die Wertschätzung der Kinder für ihre Mütter, die wiederum verbessern ihre Deutschkenntnisse, und das Projekt hält den Kulturkreis der jeweiligen Heimatländer hoch. In der Kindertagesstätte der Elterninitiative" Pünktchen" probiert man die Idee derzeit aus. Offenbar mit guten Resultaten.

In der aktuell durchgeführten Sprachstandserhebung (Delfin) bewiesen sieben von 13 Kindern auf Anhieb altersgerechte Sprachkompetenz. Nur bei sechs Kindern ist die nochmalige Überprüfung notwendig. Die zweisprachige Förderung, davon ist die stellvertretende Kita-Leiterin Ilona Meise (Foto: mitte) überzeugt, ebnet den Übergang in die Schule. „Die schaffen das prima“, meinte die Erzieherin.

Das Rucksack-Projekt basiert offenbar auf dem klassischen Familienbild. Das machte die Feststellung von Kita-Leiterin Ilona Meise deutlich. Die sagte, zwischen fünf und zehn türkisch sprechende Mütter nutzten das Angebot. Sie arbeiten zu Hause mit ihren Kindern und sie treffen sich regelmäßig in der Kita zum Erfahrungsaustausch. Drei Mütter hätten dafür leider keine Zeit, weil sie berufstätig wären. Ilona Meise hätte gerne auch deutsche Mütter dabei, deren Kinder sprachliche Defiziten aufwiesen.

Die Stadt Solingen lässt sich die Rucksack-Aktion rund 2.000 Euro für ein halbes Jahr pro Kindergarten kosten. Derzeit sind vier Einrichtungen entsprechend ausgestattet. Das Geld reicht, um zum Beispiel bei “Pünktchen” die Dolmetscherin und Betreuerin Melek Özal (Foto:links) für zwei Stunden pro Woche zu bezahlen und zum Kauf von Verbrauchsmaterial zum Basteln bleibt auch noch was übrig.

Das Projekt endet im Juni 2009. Neustart ist dann wieder im Herbst. (ffu)

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