Jobs - Themen aus dem Bereich Job und Beruf

Der gerechte Lohn

Das Argument der Besserverdiener lautet: Es werde eben nach Leistung bezahlt. In der Tat arbeiten Führungskräfte manchmal 70 und mehr Stunden die Woche, aber rechtfertigt das Gehälter, die ein Vielfaches über dem Durchschnittsverdienst liegen? Gerne wird auch der Grad der Verantwortung beschworen. Von den Entscheidungen der Topmanager hinge das Schicksal der Unternehmen ab. In der Marktwirtschaft bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis. Die Branche spielt eine Rolle. Fallen hohe Erträge an, stehen die Beschäftigen verdienstmäßig besser da als jemand, der in einem Bereich tätig ist, der wenig abwirft. Wer eine Bank leiten kann (oder dem man es zutraut), ist umworben und hat einen hohen Marktwert. Lastwagenfahrer, davon gibt es augenscheinlich sehr viele, erhalten wenig Lohn! Beispiel: Mit Geld ist offenbar viel Geld zu verdienen. Deshalb wird bei Banken und anderen Finanzdienstleistern besser verdient als im Handel mit Lebensmitteln. Eine Sonderrolle nimmt der öffentliche Dienst ein. Hier legt der Staat die Regeln fest.

Der Anteil der Haushalte ohne jedes Erwerbseinkommen ist auf rund 20 Prozent gestiegen, wobei Rentnerhaushalte nicht mitgezählt werden. Noch ungleicher verteilt sind die Vermögen. Zehn Prozent der Einwohner in Deutschland besitzen etwa die Hälfte des Gesamtvermögens. Besonders hart trifft die Entwicklung die Kinder. 1985 lebten noch sieben Prozent der Kinder in einem Haushalt, der weniger als die Hälfte des deutschen Durchschnittseinkommens bezog. Inzwischen seien es bereits mehr als 16 Prozent. (red)

Job 60

Manager verdienen oft ein Vielfaches gegenüber dem Durchschnittverdiener. Foto: M. Fröhlich pixelio.de

Mehr in der Ausgabe vom 18. März 2010