08.07.2010
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Arbeiten auf eigene Gefahr
Mehr Geld für Solingens Müllmänner. Dafür wird die Sonderkolonne “Großbehälter” eingespart. Foto: Stadtanz.
Solingens Müllwerker haben sich für 2010 eine Gehaltsaufbesserung erstritten. Die Kehrseite der Medaille: Nun müssen weniger Leute noch mehr Tonnen leeren. Die neue Regelung sieht eine jährliche Einmalzahlung in Höhe von 1.725 Euro vor. Das entspricht auf den ersten Blick in Anbetracht der Gehälter einer satten Einkommensverbesserung. Die Müllmänner verdienen monatlich zwischen 1.750 und 2.370 Euro brutto. Wobei die Fahrer kurioserweise um rund fünf Prozent besser als die Kollegen an der Schütte am Wagenheck bezahlt werden.
Derzeit erhalten die Müllmänner zu ihrem Tariflohn monatliche Zulagen zwischen 375 und 500 Euro obendrauf.
Die geänderten Bedingungen machen die Neuplanung der Touren erforderlich. Drei der 68 Mitarbeiter in Solingen scheiden aus. Da natürlich keine Tonne ungeleert bleiben soll, bedeutet das Mehrarbeit für die Kolonnen. Künftig leeren alle Müllwagen Tonnen und Großbehälter. Dazu werden die Wagen entsprechend ausgerüstet.
Die Bürger werden von alledem nichts merken, so der Leiter der Entsorgungsbetriebe. Er erteilt der Möglichkeit der Privatisierung eine Absage. Was den Verkehrbetrieben anscheinend schrittweise zur Umgehung der Tarife des öffentlichen Dienstes möglich sei, mache im Bereich Abfallbeseitigung kaum Sinn. Es fielen 19 Prozent Mehrwertsteuer auf die erhobenen Gebühren an, das mache eventuelle Einsparungen beim Lohn wieder wett. (ffu)
Mehr in Heft 58 vom Januar 2010