Jobs - Themen aus dem Bereich Job und Beruf

Sitzen Sie unruhig

Wer stundenlang in ein und derselben Position verharrt, schadet seinem Rücken. „Es gibt nicht die richtige Haltung, weil es auch keine falsche Haltung gibt“, sagt Klaus Küll, Fachmann für Sitzen in Solingen. Drei Viertel der Menschen in Deutschland leiden mindestens einmal im Leben unter tüchtigen Schmerzen im Bereich Hals- bis Lendenwirbelsäule. Ein guter und richtig eingestellter Stuhl kann das Rückenweh allein nicht verhindern. Das Kernproblem ist das passive Verharren am Arbeitsplatz. „Lass doch den Philipp ruhig zappeln“, bemüht Fachmann Küll die Geschichte aus dem Struwelpeter, um es bildlich zu machen. In Skandinavien zum Beispiel seien die Mitarbeiter zu 85 Prozent an Steh- Sitzarbeitsplätzen beschäftigt. Das verschafft die wohltuende Wirkung von ein wenig Bewegung zwischendurch. Der Bürosessel - und sei er noch so teuer - sei lediglich für die richtige Haltung gut, damit die inneren Organe - besonders die Lunge - nicht unter Druck geraten. Küll rät zu Mikrobewegungen. Fersen und Fußspitzen immer wieder leicht bewegen, die Schultern öfters heben und senken. Das Ziel sei, die Körperhaltung möglichst oft zu verändern. Zum Beispiel nur im Stehen zu telefonieren oder einzelne Arbeitsgeräte bewusst außer Reichweite aufzustellen. So steht man immer wieder auf und geht ein paar Schritte.

Bestimmte Übungen verschaffen dem Körper einen gewissen Ausgleich. Zur Dehnung der Halsmuskulatur neigt man den Kopf langsam zur rechten Seite und hält ihn mit der rechten Hand in Höhe des linken Ohrs fest. Die Schultern nicht hochziehen und den Kopf nicht verdrehen. Der linke Arm wird sanft nach unten geschoben und die Handfläche in Richtung Boden gespreizt. Etwa 15 Sekunden halten, dabei ruhig und gleichmäßig atmen, dann die Seite wechseln. Diese oder ähnliche Übungen ein paar Mal pro Tag verhindern, dass die Wirbelsäule bei Feierabend im Koma liegt. (ffu)

Job 50

Klaus Küll rät bei längerem Sitzen am Arbeitsplatz zu Mikrobewegungen. Foto: Funk

Mehr in der aktuellen Ausgabe des Stadtanzeiger Magazins vom Mai 2009.