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Arbeiten auf eigene Gefahr
Pizzaboten bringen Essbares ins Haus und kriegen dafür in der Regel Hungerlöhne. Foto: Pixelquelle
Deutschlands Arbeitswelt bietet immer weniger Jobs in der Produktion. In der Industrie haben Menschen mit geringer Qualifikation kaum noch Chancen. Als Ausgleich wächst bei Dienstleistern das Job-Angebot. Leider gleichen die Stundenlöhne manchmal einem Hungerlohn. Die Süddeutsche Zeitung berichtete, dass 1,2 Millionen Menschen in Deutschland für weniger als 4,50 Euro pro Stunde arbeiten.
In vielen Niedriglohnbranchen tragen die Arbeitskräfte auch noch einen Teil des unternehmerischen Risikos. Bei den ambulanten Pflegediensten etwa holen die Mitarbeiter morgens ihren Routenplan ab und sind dann den ganzen Tag unterwegs. Bezahlt wird vielfach nur die vorgegebene Minutenzahl pro Einsatz, nicht die Zeit, die tatsächlich für das Waschen und Kämmen der manchmal verwirrten Patienten draufgeht.
Bei Gebäudereinigern gilt ein verbindlicher Mindestlohn für alle inländischen Unternehmen. Doch den gibt es manchmal nur auf dem Papier. Die Firmen bezahlen den Lohn für eine Stunde und weisen dem Mitarbeiter dann eine Arbeit zu, für man zwei Stunden braucht.
Für das Aufdecken solcher Missstände sind die Behörden zuständig. Die Anbieter einfacher Dienstleistungen können beim Kampf um Aufträge fast nur auf Kosten der Mitarbeiter billiger sein. (red)
Mehr in der aktuellen Ausgabe des Stadtanzeiger Magazins vom 12. Februar 2009