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50 Jahre Zeitarbeit

Im Oktober 1960 bot der Bremer Unternehmer Günter Bindan als erster Zeitarbeit in Deutschland an. Die gesellschaftliche Anerkennung ist auch nach 50 Jahren noch nicht vollzogen

Das Image der Branche ist schlecht. Laut einer Umfrage des Forschungsinstituts Infratest halten 78 Prozent der Deutschen die Zeitarbeit für eine moderne Form der Ausbeutung. Ist das gerecht? Wie immer gibt es gute und schlechte Seiten. Die Nachfrage für zeitweise Beschäftigung kommt aus der Industrie. Sie wünscht sich Mitarbeiter, die je nach Auftragslage eingesetzt werden können. Die immer nur dann Lohn kosten, wenn sie tatsächlich gebraucht werden. Genau wie vor 50 Jahren. Das negative Image kommt nicht von Ungefähr. In Deutschtland sind rund 25.000 Zeitarbeitsunternehmen aktiv, darunter tummeln sich auch schwarze Schafe. Die zahlen ihren Mitarbeitern Hungerlöhne und scheren sich nicht um Tarife, die von den beiden anerkannten Branchenverbänden iGZ und BZA mit dem DGB ausgehandelt sind. Im Übrigen wird die Rolle der Zeitarbeit auf dem Stellenmarkt allgemein überbewertet.

Im Januar 2010 beschäftigte die Branche 710.000 Frauen und Männer. Das sind gut zwei Prozent aller Beschäftigten in Deutschland. Die Rekordmarke von 820.000 Zeitarbeitern stammt aus dem Juli 2008. Grundlage ist immer ein schriftlicher Arbeitsvertrag. Darin ist die Festanstellung mit geregelten wöchentlichen Arbeitszeiten definiert, Lohnfortzahlung bei Krankheit und bei eventuellen einsatzfreien Tagen, dazu bezahlter Jahresurlaub und vermögenswirksame Leistungen. Die höchstzulässige Einsatzdauer eines Arbeitnehmers beträgt inzwischen 24 Monate. Im Bauhauptgewerbe ist die Zeitarbeit bis auf wenige Ausnahmen verboten. Die Arbeitagentur wertet Zeitarbeit allgemein als eine Chance für Arbeitslose, von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitnehmer, Berufseinsteiger oder Berufsrückkehrer. Der Pferdefuß: Weniger als die Hälfte der Beschäftigungsverhältnisse in der Zeitarbeit dauern länger als drei Monate an. (ffu)

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Die Unternehmen bedienen sich der Zeitarbeit je nach Auftragslage. Dabei kommen Helfer genauso zum Einsatz wie Ingenieure oder ausgebildetes medizinisches Personal. Foto: T. Lohse pixelio.de

Mehr in der Ausgabe vom 08. Juli 2010