10.05.2012
Grand Tourisme17.04.2012
Fahren mit Baumarkt-Anhängern15.03.2012
Jagen Radarwagen die Falschen?16.02.2012
Dieselfahrer frieren länger19.01.2012
Kreativer Kopf04.11.2011
Kaum Knöllchen aus dem Ausland07.10.2011
Gefährliche Eingriffe01.09.2011
“Ihr Auto brennt”07.06.2011
»Flinke Flinkster«12.04.2011
Stellplatzfrage17.03.2011
Die Ventilprüfung17.02.2011
Mythos Monte20.01.2011
Helfer geraten unter Spannung14.10.2010
Gewichtige Ziele14.05.2010
Schlecht für’s Klima15.04.2010
Leichtlaufreifen gelten als gute Alternative zum normalen Haftreifen18.03.2010
Das Wasser kommt hinten an21.01.2010
Oldtimer als gefragte Geldanlage
Direkt neben der Nürgburgring-Rennstrecke lockt ein große Event-Halle ganzjährig Besucher an. Foto: Nürburgring Automitive GmbH
Mit großspurigen Ankündigungen stampfte die Rheinland-Pfälzische Landesregierung das Projekt Nürburgring aus dem Boden. Mit Indoor-Freizeitpark, Veranstaltungshalle, Geschäften, Restaurants und Hotels sollten ganzjährig Touristen in die Eifel gelockt und Jobs geschaffen werden. Wie leider üblich explodierten die Kosten. Die erwartete private Finanzierung des Projekts scheiterte auf Kosten der Steuerzahler. Die privaten Pächter des Freizeitparks drohen jetzt mit einer weitgehenden Stilllegung der Anlage, wenn das Land Rheinland-Pfalz ihnen nicht eine deutliche Senkung der Pachtzahlungen einräumt. Dr. Ingolf Deubel war bis 1997 für die Stadt Solingen tätig. Das Konzept Nürburgring ist eng mit Dr. Ingolf Deubel verbunden. Deubel war von 1985 bis 1997 für die Stadt Solingen tätig. Zunächst als Kämmerer, dann als Oberstadtdirektor. Ulrich Uibel löste ihn 1997 als Chef der Verwaltung ab. Der Ex-Oberbürgermeister würdigte Deubel noch 2009 als „kreativen Kopf, der auch ungewöhnliche Finanzierungskonzepte“ gefunden habe. Das trifft zweifellos zu. Die Gründung des inzwischen gescheiterten Vermögensbetriebs Solingen (VBS) wie auch das Modell „Museum Baden“ gehören zu Deubels „Werken“ aus seiner Amtszeit im Solinger Rathaus. Der Finanzexperte wechselte nach Mainz. Als Minister für Finanzen zog er maßgeblich die Strippen bei der Umsetzung des Freizeitparks Nürburgring. Unter anderem versuchte er, die Finanzierung über einen hoch spekulativen Fonds zu ziehen. Die Illustrierte “Stern” berichtete: „Hierbei kaufen Investoren US-Bürgern, die ihre Lebensversicherung nicht mehr zahlen können oder wollen, die Policen billig ab, bündeln sie und kassieren später die Ausschüttungen. Senior Life Settlements (SLS), nennen Banker das.“ Nachdem 2009 weitere dubiose Ereignisse mit der Finanzierung bekannt wurden, reichte Deubel bei Ministerpräsident Kurt Beck seinen Rücktritt ein. Als Nachlass bleibt Rheinland-Pfalz ein umstrittenes 350-Millionen-Euro Projekt an der Eifeler Rennstrecke zurück, für das am Ende der Steuerzahler bürgt. Der Finanzminister a.D. Deubel ist heute Mitglied des Managerkreises der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung. (ffu)
Mehr zu Thema in der Ausgabe vom 19. Januar 2012